Katholische SonntagsZeitung 3./4. April 2010 / Nr. 13 / Seite VIII
Katholischer Klinikführer
Krankenhäuser im Erzbistum: Maria Heimsuchung
Die Katholische SonntagsZeitung hat mit den Ärztlichen Direktoren der katholischen Krankenhäuser im Erzbistum darüber gesprochen, was jeweils das Besondere ihres Hauses ist. Die Ergebnisse stellen wir Ihnen in den nächsten Wochen vor. Diesmal berichtet Dr. Lothar Karger von der Maria Heimsuchung Caritas-Klinik Pankow.
Dr. Karger, welchen medizinischen Schwerpunkt hat das Krankenhaus?
Es ist ein Krankenhaus der qualifizierten Grund- und Regelversorgung im Berliner Nordosten. Neben den Betten führenden Abteilungen Chirurgie (Visceralchirurgie/Unfallchirurgie), Gynäkologie und Geburtshilfe, Innere Medizin-Gastroenterologie, Innere Medizin-Kardiologie, Anästhesie und Intensivmedizin gibt es die Abteilungen Radiologie (CT, MRT) und Laboratoriumsmedizin. Das Krankenhaus hat eine Rettungsstelle und ist Standort für einen Notarztwagen.
Woran erkennt der Patient, dass er bei Ihnen in einem konfessionellen Krankenhaus ist?
Der Name des Krankenhauses - Maria Heimsuchung - ist für die Patienten ein erstes sichtbares Zeichen für die konfessionelle Zugehörigkeit unseres Hauses. In der Kapelle, die sich zentral im Eingangsbereich des Krankenhauses befindet, finden nicht nur Gottesdienste und Andachten statt, sondern sie ist auch ein Ort der Stille und Einkehr. Weitere sichtbare Zeichen sind das Muschelkalksteinrelief des Bildhauers Paul Brandenburg und ein altes, großes steinernes Kreuz im Garten. Die Mitarbeiter haben die Zielstellung ihrer Tätigkeit in einem selbst erarbeiteten Leitbild zusammengefasst. Darin sind die Basis unserer Arbeit, das christliche Menschenbild und die Gewissheit, dass jeder Mensch ein einmaliges Geschöpf Gottes ist und daher seinen Wert und seine Würde besitzt, festgeschrieben. Das zeigt sich in der täglichen Arbeit.
Der Patient kommt in der Regel in einer psychisch sehr angespannten Situation zu Ihnen. Wie gewinnen Sie sein Vertrauen?
Das Patientengespräch ist eines der wichtigsten Tätigkeiten eines Arztes im klinischen Alltag. Die Kommunikation muss patientenorientiert sein, und für den Patienten muss transparent werden, dass der Arzt sich in seinen medizinischen Entscheidungen ausschließlich von den Interessen des Patienten leiten lässt. Nur so ist Vertrauen zu erreichen und die Ganzheitlichkeit der Behandlung zu gewähren. Auch in Zeiten, in denen die Ökonomisierung und Bürokratisierung des Krankenhausbetriebes immer mehr zunehmen, müssen wir uns gerade als konfessionelle Krankenhäuser dieser Aufgabe stellen.
Haben Sie in dem Krankenhaus einen persönlichen Lieblingsort?
Ich glaube, dass es sehr schwer ist, einen Lieblingsort in einem Krankenhaus zu benennen, in dem unsere ärztliche Aufgabe vorrangig in der Diagnostik und Therapie unserer Patienten sowie deren fürsorgliche und menschliche Betreuung besteht. Für mich als Gynäkologe ist jedoch der Kreißsaal, in dem ich das Glück einer Mutter über die Geburt ihres geborenen Kindes miterleben kann, ein besonderer Ort.
