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Medium 9 [Dezember 2001]
Endoprothetischer Ersatz
des Hüftgelenkes
Autor: Dr. med. habil. Gerhard Heller
Knochenstoffwechselbedingte Veränderungen am Hüftgelenk sowie
altersbedingter Gelenkverschleiß können zu einer Bewegungseinschränkung
und zunehmenden Beschwerden im Hüftgelenk führen. In vielen Fällen
ist dann der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenkes unausweichlich,
wenn diese Behinderungen im Alltag mit konservativen Methoden nicht verbessert
werden können. Das Ziel eines Gelenkersatzes ist die Schmerzfreiheit und
der Erhalt bzw. die Wiederherstellung einer alltagstauglichen Funktion mit
deutlicher Verbesserung der Lebensqualität. Die Operation besteht in der
Entfernung der zerstörten Gelenkanteile und dem Ersatz durch Metall-,
Keramik- bzw. Kunststoffkomponenten. Von der Industrie werden verschiedene
Endoprothesentypen angeboten. Im wesentlichen unterscheidet man vier Gruppen:
Zementfreie Hüftgelenksendoprothesen
Es handelt sich hier um aus Metalllegierungen hergestellte Prothesenanteile,
die ohne zusätzliche Verbindungsstoffe (Knochenzement) verankert werden.
Diese Prothesen kommen zum Einsatz bei Patienten mit ausreichend fester Knochenstruktur.
Zementierte Hüftgelenksprothesen
Hierbei werden die Prothesenteile wie der Metallstiel im Oberschenkel
als auch die Kunststoffpfanne im Beckenknochen durch Knochenzement
eingebracht. Diese zementierten Hüftgelenksprothesen werden vor allen
Dingen bei Patienten mit deutlich verminderter Knochenfestigkeit verwendet.
Hybrid-Hüftgelenksendoprothesen
Bei diesem Prothesentyp werden beide oben genannten Arten kombiniert. Die
Gelenkpfanne wird zementfrei implantiert und der Metallstiel im Oberschenkelknochen
zementiert.
Schenkelhalsprothesen
Dieser Prothesentyp kommt bei jüngeren Patienten zur Anwendung. Die
Implantation erfolgt immer zementfrei. Ziel dieser Methode ist es, Oberschenkelknochen
zu sparen. So ist das spätere Umsteigen auf eine notwendig werdende
andere Prothesenform günstiger.
Zur Operationsmethode:
Die Operation erfolgt in Vollnarkose oder in Regionalanästhesie (rückenmarksnahe
Narkose). Vor der geplanten Operation besteht die Möglichkeit der Eigenblutspende.
Zusätzlich kann das während der Operation gewonnene Blut wieder
rückgeführt werden. Durch diese Möglichkeit reduziert sich
der Einsatz der Fremdblutübertragung. Zur Thromboseprophylaxe werden
entsprechende Medikamente verabreicht. Nach der Operation ist eine Kühlung
zur Schmerztherapie und zur Abschwellung der Weichteile notwendig. Ab dem
2. Tag nach der Operation beginnt in der Regel die Gangschule an Unterarmgehstützen.
Die Gehhilfen werden im allgemeinen für 8 bis 10 Wochen empfohlen. Zusätzlich
sind physiotherapeutische Muskelkräftigungsübungen postoperativ
sinnvoll. Über die Art der Operation und die Art der Hüftgelenksendoprothese
sowie eventuelle Besonderheiten (wie auch Komplikationsmöglichkeiten)
wird Sie Ihr Arzt vor der Operation informieren. Darüber hinaus können
Sie unsere Beratungssprechstunde für Sport- und
Gelenktraumatologie und Manualtherapie konsultieren. Hierzu vereinbaren
Sie bitte über unser Sekretariat bei Frau Ziemer einen Termin unter
der Rufnummer (030) 47517-345.
