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Medium 43 [Juni 2010]
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Das Medizinische VersorgungszentrumIntegration von stationärer und ambulanter Labor- und Röntgendiagnostik |
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| Chefärztin Dr. med. Maria Blume Leiterin des Caritas Diagnostikum Pankow |
Kurze Wege zwischen verschiedenen Abteilungen und Arztpraxen sparen Zeit und Geld und nutzen den Patienten: Diagnosen können schneller erstellt werden, die Heilungschancen verbessern sich. Diesem Ziel dient die Einrichtung des Medizinischen Versorgungszentrums am Krankenhaus Maria Heimsuchung Caritas-Klinik Pankow GmbH (Caritas Diagnostikum Pankow – MVZ) im April dieses Jahres.
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Dank modernster Technik liefert unser Labor in nur 30 Minuten nach der Blutentnahme das Blutbild für den betreffenden Patienten. |
Medizinische Versorgungszentren (MVZ), seit 2004 vom Gesetzgeber ermöglicht, sind fachübergreifende Einrichtungen zur ambulanten Krankenversorgung. Ähnlich wie in den Polikliniken können dort beliebig viele Ärzte verschiedener Fachrichtungen als Vertragsärzte oder im Angestelltenverhältnis arbeiten und Patienten versorgen. Beispielsweise könnte ein Allgemeinmediziner mit einem Spezialisten für Zuckererkrankungen ein gemeinsames MVZ gründen, so dass Diabetiker (Patienten mit Zuckerkerkrankung) von beiden Ärzten gemeinsam betreut werden. Dies spart doppelte Untersuchungen, Wartezeiten und lange Wege. Wie gut diese Möglichkeiten angenommen werden, zeigt die stark ansteigende Zahl an MVZ in den letzten Jahren. Ein MVZ kann aber nicht nur von niedergelassenen Ärzten gegründet werden; auch ein Krankenhaus kann ein Medizinisches Versorgungszentrum errichten. So ist seit April 2010 an unserer Klinik ein MVZ zugelassen; hier bilden es die beiden diagnostischen Fachbereiche Radiologie und Laboratoriumsmedizin.
Beide Abteilungen benötigen eine umfassende und moderne technische Ausrüstung für ihre Arbeit. Da macht es Sinn, diesen hohen Aufwand nicht nur den Klinikpatienten, sondern die hoch spezialisierte Technik und das medizinische Knowhow auch den ambulanten Patienten zur Verfügung zu stellen. Die vielen bekannte radiologische Praxis mit dem Schwerpunkt Kernspintomographie auf dem Gelände unserer Klinik, geleitet von Frau Dr. med. Annelie Forbriger und Frau Dipl.-Med. Gisela Sorgenfrei, wurde ab dem 1. April 2010 Teil des MVZ unserer Klinik. Die Kernspintomographie (MRT) ermöglicht dem Arzt, bei Patienten eine Erkrankung auszuschließen oder krankhafte Organveränderungen in hoch auflösenden Bildern sehr detailliert darzustellen. Diese Untersuchungsmethode erspart unter Umständen Gewebsentnahmen oder Operationen. Ferner erlaubt sie zuverlässige Verlaufskontrollen nach Operationen oder Strahlenbehandlungen. Frau Dr. Forbriger und Frau Sorgenfrei werden weiterhin mit ihrem gesamten Team und in gewohnter Weise die Untersuchungen durchführen und für ambulante Patienten da sein.
Gegenüber früheren Trends, Labore aus Krankenhäusern auszugliedern, geht man seit einiger Zeit wieder dazu über, die Laborversorgung weiterhin in den Krankenhäusern zu belassen oder sie sogar nach einer Auslagerung wieder in die Klinik zu integrieren. Auch in unserer Klinik gibt es ein integriertes Labor. Dies ist für sofortige Untersuchungen bei Notfällen beispielsweise in der Rettungsstelle unserer Klinik wichtig. Unser Labor liefert zum Beispiel in nur 30 Minuten nach der Blutentnahme das Blutbild für den betreffenden Patienten. In unserer Abteilung für Laboratoriumsmedizin, die wegen der stationären Akutmedizin und der Rettungsstelle rund um die Uhr arbeitet, ist jetzt das MVZ-Labor für ambulante Laboraufträge integriert.
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Bei dringenden Laboruntersuchungen werden die Eilproben sofort untersucht und die Ergebnisse telefonisch und/oder per Fax mitgeteilt. |
In Berlin sowie in ganz Deutschland arbeiten die Labore zum großen Teil in Großverbünden zusammen. Darum sind die Wege, die die Proben bis zu einem bestimmten Labor gehen müssen, häufig weit. Nicht immer aber bleibt einem Arzt für seine Entscheidung so viel Zeit, wie diese Wege beanspruchen. So muss zum Beispiel bei einem Patienten mit Brustschmerz schnell geklärt werden, ob die Ursache ein Herzinfarkt ist oder eine Lungenembolie vorliegt.
Neben dem Zeitfaktor bis zum Vorliegen des Laborergebnisses spielt hier auch der Qualitätsverlust durch Probenalterung oft eine wichtige Rolle. So sollte eine Gerinnungsprobe nach vier Stunden bearbeitet sein, um sichere Untersuchungsergebnisse zu liefern.
Das neu eingerichtete MVZ an unserer Klinik kann die niedergelassenen Ärzte vor allem im Krankenhausumfeld schnell und qualifiziert unterstützen. Mit unserem MVZ-Labor bieten wir den umliegenden Praxen die Möglichkeit, ihre komplette Labordiagnostik oder gezielt die Dringlichkeitsproben zur schnellen Untersuchung zu uns zu schicken. Die Eilproben werden sofort untersucht und die Ergebnisse telefonisch und/oder per Fax mitgeteilt. Unser Laborprogramm umfasst die Basisdiagnostik in der Gerinnung, Hämatologie, Klinischen Chemie, Immunologie und Infektionsdiagnostik. Wir lassen Interessenten auf Wunsch gern eine Liste unserer Untersuchungsparameter zukommen.
Unser diagnostisch ausgerichtetes MVZ bietet die Möglichkeit, die Klinik und den niedergelassenen Bereich enger zu vernetzen. Dies kann für den Patienten zur schnelleren Behandlung und damit zur verbesserten Heilungschance führen. Sollte sich beispielsweise durch unsere Labor-Untersuchungen der Verdacht auf einen Herzinfarkt bestätigen, kann der Patient sofort in die Klinik verlegt werden und seine Laborwerte liegen bereits hier im Hause vor. Das spart Zeit und Kosten, weil man den Patienten nicht zum zweiten Mal Blut abnehmen muss – und es bedeutet auf alle Fälle auch eine Erleichterung und Entlastung für Patienten und medizinisches Personal.
glossar
- Hämatologie Lehre vom Blut



