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Medium 34 [März 2008]
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Die chirurgische KrebsbehandlungFachübergreifende Zusammenarbeit |
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| Dr. med. Tom Zinner Chefarzt der Abteilung Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie – Minimal Invasive Chirurgie |
Das onkologische Behandlungsspektrum unserer chirurgischen Klinik ist in den letzten zweieinhalb Jahren deutlich erweitert worden. Große bauchchirurgische Operationen bei Krebserkrankungen des Magens, des Dickdarms, des Enddarms und der Bauchspeicheldrüse stehen täglich auf den Operationsprogrammen. Auch Speiseröhrenkrebs-Erkrankungen werden im Rahmen von 2-Höhlen-Eingriffen (Bauch- und Brustraumeröffnung) operativ behandelt. Dabei hat sich der Anteil der Operationen wegen bösartiger Neubildungen im Jahr 2007 im Vergleich zum Jahr 2005 verdoppelt. Erfahrene Fachärzte für Chirurgie und Fachärzte für Bauchchirurgie stehen inzwischen rund um die Uhr zur Verfügung. Die onkologische Chirurgie bewegt sich immer im Spannungsfeld zwischen den Gegebenheiten der Tumorerkrankung, der notwendigen operativen Radikalität und dem individuellen Risiko des Patienten.
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Interdisziplinäre Besprechung – von links: Oberarzt Dr. Michael Stöhr (Chirurgie), Chefarzt Dr. Asmus Heinrich (Radiologie) und Chefarzt Dr. Tom Zinner. |
Dabei hat sich die onkologische Chirurgie von älteren mechanistischen Vorstellungen gelöst, deren Ziel lediglich die lokale Tumorentfernung beinhaltete. Heutzutage haben Forschungsergebnisse mit tumorbiologischen Erkenntnissen dazu geführt, dass verschiedene Tumorleiden sowohl vor als auch nach der Operation zusätzlich mit nichtoperativen Behandlungsstrategien günstig beeinflusst werden können. So ist die Chirurgie ein interdisziplinär agierendes Fach mit der Erkenntnis, dass die onkologisch-chirurgische Behandlung des Patienten nur mit der Tumorentfernung weder beginnt noch aufhört.
Die korrekte Beurteilung des Tumorstadiums von Magen-Darm-Trakt-Tumoren, die optimale Abstimmung der verschiedenen zur Verfügung stehenden Therapieoptionen und deren Reihenfolge müssen bei der Erstellung eines individuellen Therapiekonzeptes berücksichtigt werden. Nur so hat der Patient die größtmögliche Chance auf Heilung oder ein möglichst langes rezidivfreies Überleben. Diese notwendige fachübergreifende Diagnostik und Therapie von Tumoren des Magen-Darm-Traktes wurde in den letzten Jahren von den Abteilungen des Krankenhauses entscheidend geprägt und vorangetrieben. Der Abteilung Innere Medizin unter der Leitung von Chefarzt Dr. Gottschalk ist eine erhebliche Ausweitung des endoskopisch- diagnostischen Spektrums gelungen. Die Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin unter Chefarzt Dr. Hamann bietet modernste Verfahren an, ohne die die erforderlichen Narkosen und intensivmedizinischen postoperativen Nachbehandlungen großer bauchchirurgischer Eingriffe nicht möglich wären. Auch die Abteilung Radiologie unter ihrem neuen Leiter Chefarzt Dr. Heinrich kann mit dem jüngst angeschafften 16-Zeilen-Computertomographen erweiterte Diagnosemöglichkeiten bieten.
Durch Kooperationen mit ambulanten ärztlichen Partnern wie gastroenterologische, allgemeinmedizinische und onkologische Schwerpunktpraxen ist nun die notwendige ganzheitliche Behandlung von Krebspatienten an unserem Haus noch besser gewährleistet. Die Gründung eines Abdominalzentrums (Bauchzentrums) an unserer Klinik ist bereits in Planung.
Allgemeine Therapiekonzepte in der Tumorchirurgie
Ob vor der Operation eine zusätzliche Chemotherapie und/oder Strahlentherapie erfolgen muss, hängt von der Art, dem Ort und der Ausdehnung des Tumors ab. Diese Therapie wird zum Beispiel durchgeführt, wenn das Wachstum des Tumors innerhalb seiner Umgebung fortgeschritten ist und es fraglich ist, ob die operative Entfernung mit Sicherheit im „Gesunden“ erfolgen kann.
Die Zielsetzung der operativen Therapie ist die komplette Tumorentfernung mit Einhaltung eines Sicherheitsabstandes und Entfernung der dazugehörigen Lymphknoten. Zur Bestätigung der tumorfreien Randzone wird häufig gleich während der Operation vom entfernten Organanteil eine pathologisch-mikroskopische Schnellschnitt-Untersuchung durchgeführt.
Eine Chemotherapie und/oder Strahlentherapie nach erfolgter Operation ist manchmal unterstützend notwendig, um das Langzeitüberleben des Erkrankten günstig zu beeinflussen. Wenn das Tumorwachstum zu weit fortgeschritten ist und eine Operation im Gesunden nicht mehr möglich ist, kann auch diesen Patienten durch eine palliative Therapie (operative Maßnahme/Chemotherapie/Strahlentherapie/ Schmerztherapie, psychologische Unterstützung) geholfen werden, ihr Leben in Würde mit entsprechender Lebensqualität zu führen.
Zusammenfassung
Die moderne Onkologie ist zu komplex, als dass der Vertreter eines Faches die gesamte Bandbreite der Möglichkeiten kompetent überblicken könnte. Um einen Patienten mit seiner Tumorerkrankung auch individuell therapieren zu können, sind fachübergreifende Therapiekonzepte unerlässlich. In der onkologischen Therapie ist das Ganze mehr als die Summe seiner Einzelteile.
Ihre Fragen richten Sie bitte an: Abteilung Chirurgie Tel. 4 75 17-345
glossar
- Computertomographie spezielle Röntgen-Untersuchung
- endoskopisch mit kleinen Geräten innere Organe betrachtend
- gastroenterologisch den Magen-Darm-Trakt betreffend
- Onkologie medizinische Lehre über Krebserkrankungen
- palliativ im Rahmen des Möglichen
- rezidivfrei keine erneute Tumorbildung


