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Medium 28 [September 2006]
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Chirurgische Behandlung des Dickdarmkarzinoms |
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| Dr. med. Tom Zinner, Chefarzt der Abteilung Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie – Minimal Invasive Chirurgie |
In einem Vergleich mit allen Berliner Krankenhäusern,
den die Berliner Zeitung im Juni 2006 veröffentlichte,
hat unsere Klinik ein sehr gutes Ergebnis in Bezug auf
Dickdarmchirurgie bei Darmkrebserkrankungen erzielen
können.
Dickdarmkrebs gehört zu den häufigsten Karzinomen
in den industrialisierten Ländern. Der Dickdarmkrebs
weist eine vielfältige und häufig schleichende Symptomatik
auf, besonders wenn ein höherer Darmabschnitt
befallen ist. Daher gibt es kaum Frühsymptome. Wenn
überhaupt, ist die Veränderung der Stuhlgangsgewohnheiten,
insbesondere der Wechsel von Durchfall und
Verstopfung, ein wichtiges Zeichen. In solchen Fällen
muss dringend eine zügige endoskopische Abklärung
erfolgen. Weitere Symptome können ein geblähter
Bauch, Blutbeimengungen im Stuhl oder bleistiftdünne
Stühle sein. Während der Schmerz zumeist unspezifisch
verläuft, kann ein krampfartiger Schmerzcharakter
einen drohenden Darmverschluss anzeigen.
Vorsorgeuntersuchungen sollten unbedingt wahrgenommen
werden, denn nach dem Lungenkrebs stehen
Karzinome des Dickdarms und des Enddarms an zweithäufigster
Stelle von Krebstodesursachen in der westlichen
Welt. Das Langzeitüberleben nach einer chirurgisch
behandelten Dickdarmkrebserkrankung hängt
wesentlich vom Stadium der Erkrankung zum Zeitpunkt
der Diagnose ab. Wird die Operation noch im Frühstadium
durchgeführt, liegen die Überlebenschancen bei
90 bis 100 Prozent.
Zur notwendigen Diagnostik bei Verdacht auf eine bösartige
Darmerkrankung gehören die Spiegelung des gesamten
Dickdarms mit Probeentnahme aus dem Tumor,
die Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes und eine
Computertomographie. Nur fünf bis zehn Prozent
der Fälle sind erbliche Risikoerkrankungen bei chronischen
Darmerkrankungen. Etwa 90 Prozent der Patienten
mit Dickdarmkrebs sind 50 Jahre oder älter.
Nach der Diagnose Bei nachgewiesener Dickdarmkrebserkrankung
bietet nur eine Operation Aussicht auf
vollständige Heilung. Ziel der Operation ist es, den gesamten
Tumor mit dem entsprechenden Darmabschnitt
und dem dazugehörigen Abflussgebiet der Lymphdrüsen
zu entfernen. Die Größe des zu entfernenden
Darmabschnittes hängt dabei von der Ausdehnung und
Lokalisation des Krebses innerhalb des Dickdarmes ab
und ist dementsprechend unterschiedlich ausgedehnt.
Entsprechend den Leitlinien der chirurgischen Fachgesellschaften
wird in unserer Klinik das Resektionsausmaß
vor der Operation festgelegt und mit dem Patienten
besprochen. Nach der Darmteilentfernung werden
die verbliebenen Darmenden wieder durch eine Naht
spannungsfrei zusammengefügt. Dafür werden in unserer
Klinik zunehmend auch modernste automatische
Klammernahttechniken zur Herstellung der neuen
Darmverbindung verwendet.
Die Anlage eines künstlichen Darmausganges bei der
Dickdarmkrebsoperation ist fast immer vermeidbar. Nur
in seltenen Fällen muss eventuell zur vorübergehenden
Schonung des Darmes ein künstlicher Darmausgang
angelegt werden. Dieser kann schon zwei Monate nach
der Operation mit einem kleinen Eingriff wieder rückverlagert
werden.
Wenn ein unterer Darmabschnitt betroffen ist, kommt -
bei sicherem Nachweis einer Dickdarmkrebs-Früherkrankung
– zunehmend auch die Dickdarmteilentfernung
mittels Schlüssellochchirurgie in Frage.
Nach der Operation Zunehmend behandeln wir Patienten
in unserer Klinik nach dem Prinzip der so genannten
Fast-Track-Chirurgie (wörtlich: schnelle Schiene).
Früher wurden die Patienten drei bis vier Tage künstlich
ernährt; sie waren wegen der Wundschmerzen an das
Bett gefesselt und blieben dadurch bis zu vier Wochen
im Krankenhaus.
Heute ist eine Mobilisation dank modernster Therapie
über einen Schmerzkatheter schon am Tag nach der
Operation möglich. Durch die verbesserte Nahttechnik
kann der Patient ebenfalls schon am nächsten Tag Getränke
und Flüssigkost zu sich nehmen. Die Entlassung
rückt nach einem Aufenthalt von sieben bis zehn Tagen
in greifbare Nähe. Damit kann die Rate an allgemeinen
Komplikationen, etwa Lungenentzündungen oder
Thrombosen, deutlich herabgesetzt werden.
Nachsorge Die Ergebnisse der feingeweblichen Untersuchung des Krebses werden nach der Operation an unserer Klinik mit Experten (Onkologen) für die Nachbehandlung des Krebses besprochen. Eventuell muss nach der Operation noch eine zusätzliche Chemotherapie, in der Regel ambulant, durchgeführt werden, um das operative Ergebnis weiterhin positiv zu beeinflussen. Bei der Entlassung wird dem Patienten ein individuelles Nachsorgeschema empfohlen.
glossar
- Polypen Meist gutartige Neubildungen vorwiegend der Schleimhäute, die sich in eine bösartige Erkrankung umwandeln können

