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Medium 13 [Dezember 2002]
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Gesunde Ernährung und Leistungsfähigkeit | |
| Autorin: Dr. med. Anke Ribbeck Assistenzärztin der Abteilung Innere Medizin |
Innere Medizin und Ernährung sind untrennbar miteinander verbunden. Jeder weiß, dass bestimmte Erkrankungen mit bestimmten Ernährungsempfehlungen einhergehen, z. B. bei Diabetes mellitus. Unbestritten ist auch der Zusammenhang von Übergewicht und z. B. Bluthochdruck, Gicht oder Gelenkbeschwerden.
Obwohl er schon vielen bekannt ist, sei an dieser Stelle nochmals der international übliche Begriff "Body Mass Index = BMI" erläutert.
| BMI = | Gewicht (kg) |
| [Größe (m)]2 |
Von Untergewicht spricht man bei einem BMI, der kleiner ist als der Wert 20, von Normalgewicht bei einem BMI zwischen 20 bis 25. Liegt er höher als 25, ist man übergewichtig. Jenseits eines BMI von 30 ist man adipös (fettsüchtig). Am gesündesten, so weiß man es aus einer großen Studie an Krankenschwestern aus England (Nurse health study), sind Menschen mit einem BMI um den Wert 23.
Bei Übergewicht gibt es zwei Formen des Fettansatzes. Beim androiden oder männlichen Fettansatz findet man den typischen "(Bier)bauch", die Beine dagegen sind eher schlank. Man spricht hierbei auch von der Apfelform. - Im Gegensatz dazu sitzen die Pfunde beim gynoiden bzw. weiblichen Fettansatz vornehmlich auf der Hüfte und den Oberschenkeln. Diese Figur hat Ähnlichkeit mit einer Birne. Beide Formen des Fettansatzes finden sich sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Zugegebenermaßen ist die Apfelform bei den Männern häufiger, die Birnenform dagegen bei Frauen.
Die Birnenform ist in Hinsicht auf Krankheiten günstiger. Das Risiko an der koronaren Herzkrankheit zu erkranken ("Verkalkung" der Herzkranzgefäße mit Angina pectoris bis hin zum Herzinfarkt) ist für die Apfelform z. B. deutlich höher. Ist man allerdings sehr adipös, ist das Erkrankungsrisiko generell hoch, sei man nun "Birne" oder "Apfel".
Ein Beispiel: bei einer Frau mit einem BMI von 28 ist das Risiko für Gallensteine dreifach höher, für eine Herzerkrankung doppelt so hoch. 10 kg abnehmen senkt das Risiko einer Erkrankung an Diabetes um 30 Prozent.
Empfehlungen bei Krankheit
Wer krank ist, ist eingeschränkt leistungsfähig. Welche Ernährungsempfehlungen können hier konkret gegeben werden?
Als erstes ist die Bedeutung von Wasser für unseren Körper zu nennen - und die Wichtigkeit des Trinkens. Unser Körper besteht zu etwa 60 Prozent aus Wasser. Es spielt bei allen Stoffwechselvorgängen eine große Rolle, es dient als Transportmedium bei Aufnahme und Verteilung der Nahrung sowie bei der Ausscheidung, Wasser ist Kühlflüssigkeit (Schweiß) und vieles mehr.
Trinken sollte man 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit täglich. Schwitzt man viel (Sauna, Sport, heißes Wetter), braucht man natürlich noch mehr. Zu empfehlen sind kalorienfreie oder kalorienarme Getränke, z. B. einfaches Leitungswasser, das in Berlin allgemein von sehr guter Qualität ist.
Saftschorlen (1/3 Saft mit 2/3 Wasser) und Kräutertees sind ebenfalls zu empfehlen. Kaffee sollte man immer mit einem Glas Wasser kombinieren. Schwarzer oder grüner Tee regen bekanntermaßen die Ausscheidung über die Nieren an, sollten also nicht allein der Deckung des Flüssigkeitsbedarfes dienen.
In der Ernährungspyramide finden Sie eigentlich alle Empfehlungen sehr gut zusammengefasst.
Selten isst jemand von sich aus genügend Brot oder Kartoffeln am Tag. Dabei ist es jedoch schier unmöglich, allein von diesen Dingen zuzunehmen.
Vollkornprodukte sind wegen ihrer Ballaststoffe und ihres Gehaltes an Vitaminen und Mineralstoffen wichtig und sollten mindestens die Hälfte des täglich Brots ausmachen. Nennenswert sind die etwas aus der Mode gekommenen Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen und Bohnen, die neben Stärke auch hochwertiges Eiweiß enthalten.
Eine ebenfalls seltene Spezies in unseren Breiten sind Männer, die genügend Gemüse und Obst essen. Empfohlen wird bis zu einem Kilo Gemüse und 800 g Obst pro Tag.
Fett macht fett
Natürlich kommt es dabei auch auf die weiteren Zutaten wie Soßen, Streichfett oder Belag an. Denn: Fett macht fett, auch das ist keine neue Erkenntnis, jedoch in praxi relativ schwer umsetzbar. Ganz ohne Fett geht's allerdings auch nicht. Es kommt, wie bei allem, auf die richtige Mischung und Menge an. Versuchen sollte man, allgemein Fett zu reduzieren sowie tierische Fette weitgehend durch pflanzliche, also Öle (enthalten ungesättigte/essenzielle Fettsäuren) zu ersetzen. In jeder Mahlzeit sollten maximal 20 bis 30 Gramm Fett (Streich- und verstecktes Fett) enthalten sein. Bei Margarine sollte man darauf sehen, ob gehärtete Fette bei den Inhaltsstoffen aufgeführt sind. Diese sind nämlich nicht zu empfehlen, weil darin so genannte Transfettsäuren enthalten sind, die u. a. die Gefäßverkalkung fördern.
Versteckte Fette sind ebenfalls ein Thema, das Seiten füllen könnte. Ein Beispiel: Eine Bratwurst enthält etwa 30 Gramm Fett, ein Kotelett 6 Gramm. Das heißt: In Bezug auf die Menge an Fett entspricht nur eine einzige Bratwurst ganzen fünf Koteletts!
Kennen Sie eigentlich den Unterschied zwischen Süßigkeiten und Fettigkeiten? Das Problem an der Schokolade ist nämlich nicht der Zucker-, sondern der Fettgehalt.
Präparate
Noch ein Wort zu den Vitaminpräparaten. Sind sie für die Deckung des täglichen Vitaminbedarfs zu empfehlen?
Wer genügend frisches Gemüse (aus der Gefriertruhe sehr zu empfehlen) und Obst isst, bräuchte diese zusätzlichen Vitamine eigentlich nicht. Außerdem sind in den Präparaten nicht alle "guten" Stoffe aus Obst (z. B. Pectin) und Gemüse und vor allem der so wichtige "Ballast" nicht enthalten. Wer die empfohlenen Mengen an Obst und Gemüse nicht schafft oder erhöhten Bedarf z. B. bei Krankheit hat, kann seine Ernährung aber durchaus mit Vitaminpräparaten ergänzen.
Zusammenfassung
Essen Sie so bunt und so abwechslungsreich wie nur irgend möglich. Auf das Maß, die richtige Menge kommt es an. Essen Sie regelmäßig und halten Sie sich möglichst an (drei) Hauptmahlzeiten. Die Abendmahlzeit sollte nicht zu spät sein. Genießen Sie Alkohol in Maßen und möglichst zur Mahlzeit. Die richtige Atmosphäre und Ruhe zum Essen sind sehr wichtig.

