
Chefarzt
Dr. med. Heiko Lehmann
Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
Tel. 030/4 75 17-321
Fax 030/475 17-323
Leitender Oberarzt
Dr. med. Thomas Ali
Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
Tel. 030/4 75 17-321
Oberarzt
Volker Laag
Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
Station 1
Tel. 030/4 75 17-8009
Sekretariat
Uta Stöhr
Tel. 030/4 75 17-321
Fax 030/4 75 17-323
Herzkatheterlabor
Bereichsleiterin Jana Schiwek
Tel. 030/4 75 17-8007
Fax. 030/4 75 17-322
Station 3 (Kardiologie) / Chest Pain Unit
Stationsleiterin Jutta Stammberger
Tel. 030/4 75 17-131
Fax. 030/4 75 17-132
Station 1 (Kardiologie)
Stationsleiterin Sabine Kubsch
Tel. 030/4 75 17-111
Fax. 030/4 75 17-112

Herzrhythmusstörungen, Schrittmacher und implantierbare Defibrillatoren
Gesundes Reizleitungssystem und Herzrhythmusstörungen
Beim gesunden Menschen sorgt der natürliche Taktgeber des Herzens, der Sinusknoten, für eine geregelte elektrische Aktivierung des Herzens. Der Sinusknoten ist am Dach der rechten Vorkammer gelegen. Von hier aus wird die Erregung zunächst auf die beiden Vorhöfe geleitet. Vorhöfe und Hauptkammern des Herzens sind bis auf ein „Überleitungskabel“, dem av-Knoten - Hisbündel, elektrisch voneinander isoliert. Daher tritt die elektrische Erregung geordnet auf die Kammer über und wird über die Purkinje-Fasern an die Muskulatur weitergeleitet, so dass es zu einer geordneten Herzaktion kommt.
Der Begriff Herzrhythmusstörungen bezeichnet eine breite Palette von Störungen der geordneten elektrischen Aktivität des Herzens. Dementsprechend können die Beschwerden der Patienten sehr unterschiedlich sein. Ein Teil der Patienten bemerken ihre Rhythmusstörungen nicht oder nur als kurzes Herzstolpern. Ein anderer Teil der Patienten ist durch den unregelmäßigen Herzrhythmus deutlich beeinträchtigt. Wenn bedingt durch die Rhythmusstörung nicht genügend Blut für die ausreichende Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff gefördert wird, kommt es zu Schwindel oder im schlimmsten Fall zur plötzlichen Bewusstlosigkeit, dem Adams-Stokes-Anfall.
Ursachen der Herzrhythmusstörungen
Ebenso wie die Palette der verschiedenen Rhythmusstörungen sind auch die entsprechenden Ursachen breit gefächert. Grundsätzlich sind hier vorübergehenden (reversible) von permanenten (irreversiblen) Ursachen zu unterscheiden.
Diagnostik bei Rhythmusstörungen
Patienten, die wegen Herzklopfens, Schwindels oder kurzer Bewusstlosigkeit zur Behandlung in das Krankenhaus aufgenommen werden, werden auch auf das Vorhandensein von Herzrhythmusstörungen untersucht. Problematisch dabei ist, dass Rhythmusstörungen oft nur durch eine Aufzeichnung im Moment ihres Auftretens identifiziert werden können, während zwischenzeitlich die Befunde vollkommen normal sein können.
Hilfreich ist hier vor allem, die Langzeitregistrierung des EKG über 24 Stunden oder moderner durch eine funkübertragene Überwachungsanlage (Telemetriemonitoring).
Gleichzeitig wird nach Ursachen der (möglichen) Rhythmusstörung gefahndet .
Bei einem geringen Teil der Patienten lassen sich trotz wiederkehrender kurzer Bewusstlosigkeiten mit den üblichen Methoden keine ursächlichen Rhythmusstörungen nachweisen. Hier kommt die Einpflanzung eines kleinen Gerätes (Loop Recorder) unter die Haut in Frage, das kontinuierlich das EKG aufzeichnet.
Therapie der Rhythmusstörungen
Häufigste Rhythmusstörung: Vorhofflimmern
Beim Vorhofflimmern herrscht elektrisches Chaos in den Vorhöfen. Beeinträchtigt
fühlen sich die Patienten meist durch den schnellen, unregelmäßigen
Herzschlag. Medikamente können den Herzschlag verlangsamen.
Durch eine elektrische Rhythmisierung (Kardioversion) kann das elektrische
Chaos beendet werden, und der Sinusknoten kann erneut seine Taktgeberfunktion
aufnehmen. Sehr oft kommt es jedoch zu neuen Episoden von Vorhofflimmern,
die durch Medikamente nicht immer vollständig unterdrückt werden
können. Bei einigen Patienten mit starker Beeinträchtigung kommt
hier eine kathetergestützte Verödungstherapie in kardiologischen
Zentren in Frage. Wichtig ist die gerinnungshemmende Behandlung wegen
der erhöhten Gefahr eines Schlaganfalls.
Langsame Herzrhythmusstörung: Erregungsbildungs-/Erregungsleitungsstörung
Durch Störungen der Erregungsbildung und -leitung kann es zum
Aussetzen der Herzaktion kommen, mit der möglichen Folge einer plötzlichen
Bewusstlosigkeit. Dabei sind die Patienten einem hohen Verletzungsrisiko
ausgesetzt.
Bei diesen Patienten ist die Implantation eines Herzschrittmachers angezeigt. Dabei überwacht der Schrittmacher die elektrische Aktivität des Herzens und kann bei fehlender eigener Erregung zeitlich koordiniert einen Stimulus abgeben.
Bösartige Rhythmusstörungen der Hauptkammern
Beim plötzlichen Auftreten von Kammerflimmern (elektrisches Chaos) kommt es zum mechanischen Stillstand der Herzaktion und damit zur Bewusstlosigkeit innerhalb von Sekunden. Setzen nicht innerhalb von 3 Minuten effektive Wiederbelebungsmaßnahmen ein, kommt es zu irreversiblen Hirnschäden und im Weiteren zum Tod des Patienten. Besonders gefährdet, solche Rhythmusstörungen zu erleiden, sind Patienten, die ein solches Ereignis bereits einmal überlebt haben und Patienten nach einem Herzinfarkt mit einer schweren Einschränkung der Pumpfunktion des Herzens. Bei diesen Patienten sollte ein implantierbarer Defibrillator (ICD) eingesetzt werden, der solche Rhythmusstörungen automatisch erkennen und vor allem durch einen Elektroschock beenden kann. Durch diese Geräte kann das Leben dieser Patienten gerettet werden.
