
Chefarzt
Dr. med. Uwe Gottschalk
Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie
Tel. 030/4 75 17-331
Sekretariat
Nicole Lichtenstein
Tel. 030/4 75 17-331
Fax 030/4 75 17-332
Station 6
Ltd. Oberarzt
Dr. med. Karsten Langenberger
Facharzt für Innere Medizin
Tel. 030/4 75 17-7003
Station 7
Oberärztin
Dr. med. Claudia Lucius
Fachärztin für Innere Medizin / Gastroenterologie
Tel. 030/4 75 17-8019
Diabetologie
Dr. med. Berit Schoof
Fachärztin für Innere Medizin
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Chronische Pankreatitis
Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung
Was ist eine Pankreatitis?
Durch eine jahrelange Entzündung der Bauchspeicheldrüse verändert sich dieses Organ und das Drüsengewebe wird in narbige Strukturen umgewandelt. Hauptursache dieser Erkrankung ist in Mitteleuropa der zu hohe Alkoholkonsum. Aber auch Gallensteine, Störungen der Nebenschilddrüse, Veränderungen im Fettstoffwechsel und genetische Veranlagungen können zu dieser Erkrankung führen. Das Hauptmanifestationsalter liegt zwischen dem 40. und dem 50. Lebensjahr.
Symptome
Die meisten Patienten geben gürtelförmige Schmerzen, die durch Nahrungsaufnahme verstärkt werden, an. Diese können über lange Zeit sehr intensiv sein und führen nicht selten zu einem hohen Schmerzmittelverbrauch. Ein führendes Symptom, welches häufig bereits sehr früh auftritt, ist ein hartnäckiger Durchfall. Dieser tritt insbesondere nach fettreicher Mahlzeit auf und kann sogar soweit gehen, dass der Stuhlgang fettig wird. Im späteren Verlauf der Erkrankung ist mit der Manifestation eines Diabetes mellitus zu rechnen. Da dicht neben der Bauchspeicheldrüse weitere Organe liegen, können auch von diesen Komplikationen ausgehen.
Diagnostik
Da die Bauchspeicheldrüse tief im Mittelbauch eingebettet liegt, ist die alleinige klinische Diagnostik meist nicht ausreichend. Neben den Laboruntersuchungen steht die Sonografie an erster Stelle. Kann durch sie das Organ nicht ausreichend eingesehen werden, was bei korpulenten Patienten oder bei stark luftgefülltem Bauch häufig der Fall ist, so wird eine Ultraschalluntersuchung von innen mit einem Endoskop, die sog. Endosonografie, durchgeführt. Ergänzend können noch die Computertomographie und die Magnetresonanztomographie erfolgen.
Ist damit immer noch keine ausreichend sichere Aussage möglich, so stehen Funktionsteste oder in seltenen Fällen die Organpunktion zur Verfügung.
Tritt eine chronische Bauchspeicheldrüsenerkrankung bereits in sehr frühen Lebensjahren auf oder ist diese gehäuft in der Familie, so können genetische Untersuchungen erfolgen und damit eine gezielte Beratung für die Gestaltung der weiteren medizinischen Betreuung eingeleitet werden. Eine chronische Pankreatitis im Jugendalter stellt eine Sonderform dar und sollte immer einer Abklärung zugeführt werden.
Behandlung
Die Grundlage der Behandlung stellt die Organschonung dar. Dies bedeutet einen lebenslangen Verzicht auf alkoholhaltige Getränke. Der Durchfall lässt sich in kurzer Zeit mittels enzymhaltiger Medikamente und einer entsprechenden Diät beseitigen. Schwieriger ist es häufig mit der Beherrschung der Schmerzen. Da Schmerzmittel Abhängigkeiten hervorrufen können, muss diese Therapie sehr eng mit dem Arzt abgestimmt sein. Bei schweren Verläufen kommen zusätzlich endoskopische Therapieverfahren in Frage. So können verstopfte Drüsengänge geöffnet und kleine Steine aus diesen entfernt werden. Haben sich entzündliche Blasen am Organ gebildet, so werden diese ab einer bestimmten Größe punktiert und können nach innen oder außen entleert werden. Eine Operation ist glücklicherweise nur in sehr seltenen Fällen erforderlich und kommt erst nach Ausschöpfung aller anderen Therapieverfahren in Frage.
Inzwischen sind schonende Operationsmethoden entwickelt worden, die möglichst nur die erkrankten Organteile entfernen und der überwiegende Teil der Patienten kann auch nach diesem komplizierten Eingriff wieder ein erfülltes Berufsleben führen.
Komplikationen
Da die Bauchspeicheldrüse von vielen empfindlichen Organstrukturen umgeben ist, kann eine chronische Entzündung auf diese übergreifen und zu weiteren Symptomen führen. So sind Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre häufiger bei diesen Patienten anzutreffen. Aber auch Gefäßverschlüsse im Bauchraum können auftreten und dann zu Krampfadern der Speiseröhre und des Magens führen.
Kommt es aus den Geschwüren oder den Krampfadern zu Blutungen, so ist eine umgehende stationäre Behandlung erforderlich. Gleiches gilt für die Infektion von Flüssigkeitsansammlungen, den sog. Pseudozysten. Hier sind unter stationären Bedingungen eine Antibiotikagabe und eine Drainage dringlich erforderlich. Glücklicherweise sind diese Komplikationen selten und haben im Leben der meisten Patienten keine Bedeutung.
