
Chefarzt
Dr. med. Lothar Karger
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
Oberarzt
DM Hans-Joachim Vogel
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
Sekretariat
Kristina Terton-Golle
Tel. 030/4 75 17-441
Fax 030/4 75 17-442
Station 1 (Gynäkologie)
Tel. 030/4 75 17-111
Station 2 (Geburtshilfe)
Tel. 030/4 75 17-121
Kreißsaal
Tel. 030/4 75 17-444
Harninkontinenz der Frau
Was ist Harninkontinenz?
Wenn Sie bei körperlicher Belastung, beim Husten, Niesen oder Lachen oder sogar bei körperlicher Ruhe ungewollt Urin verlieren, sprechen wir von Harninkontinenz. Relativ viele Frauen leiden unter diesem Symptom und sind dadurch in ihrer Bewegungsfreiheit oft erheblich eingeschränkt. Doch häufig trauen sie sich nicht, darüber offen zu reden. Sie fühlen sich ausgegrenzt. Umso wichtiger ist es deshalb, das Thema beim Frauenarzt anzusprechen, denn Blasenschwäche lässt sich erfolgreich behandeln.
Ursachen
Blasenschwäche hat unterschiedliche Ursachen. Eine umfassende Untersuchung durch den Frauenarzt ist daher eine wichtige Voraus-setzung für den Erfolg einer Therapie.
Es gibt unterschiedliche Formen der Harninkontinenz. Neben selteneren Erscheinungsformen unterscheidet man hautpsächlich zwei Typen:
Dranginkontinenz
Diese Form der Blasenschwäche ist vor allem durch einen unkontrollierbaren Harndrang gekennzeichnet, der bereits dann eine Blasenentleerung hervorruft, wenn die Patientin nur an eine Toilette denkt. Rund 30 bis 40 Prozent der Patientinnen sind von der Dranginkontinenz unterschiedlich schwer betroffen. Die Therapie dieser Form der Blasenschwäche ist schwierig und langwierig. Sie wird meist medikamentös behandelt, manchmal auch durch Elektrostimulation.
Belastungsinkontinenz
(früher als Streßharninkontinenz bezeichnet)
Sie tritt häufiger auf als die Dranginkontinenz. Rund 60 Prozent der betroffenen
Patientinnen leiden darunter. Die Belastungsinkontinenz betrifft Frauen aller
Altersgruppen, auch junge Frauen nach schweren Entbindungen. Oft kann die
Schwäche des komplizierten Verschlussapparates der Harnblase/Harnröhre
von der Patientin lange kompensiert werden, bevor die Inkontinenz bei körperlicher
Belastung, Husten, Niesen, Heben, Rennen usw. auftritt und die Patientin
einen Arzt aufsucht. Im Gegensatz zur Dranginkontinenz kann die Belastungs-inkontinenz operativ
therapiert werden. In bis zu 80 Prozent der Fälle besteht Aussicht auf
Heilung.
Behandlung
Die Harninkontinenz stellt ein subjektiv unterschiedlich erlebtes Krankheitsbild dar. Sie sollte daher erst operiert werden, wenn die Patientin die Operation wünscht, weil der Leidensdruck groß geworden ist. Vorher sollten die konservativen Therapieoptionen (Physiotherapie, Hormontherapie, Pessar-einlage oder Elektrotherapie) ausgeschöpft sein. Eingriffe werden von der Bauchdecke aus oder über die Scheide vorgenommen. Unter Umständen können sie kombiniert mit anderen Operationen (z. B. Senkungszustände, Gebärmutterentfernung etc.) durchgeführt werden.
Die Kolposuspension erfolgt über einen Bauchschnitt und hebt den sog. "Blasenhals" an. Bei dem TVT-Verfahren wird ein spannungsfreies Kunststoffband von der Scheide aus gelegt. Beide Verfahren weisen Heilungsraten über 80% und sehr gute Langzeitergebnisse auf. Die Patientinnen können sich nach der Operation wieder uneingeschränkt bewegen und ihre alte Lebensqualität zurückerlangen.
