
Chefarzt
Dr. med. Tom Zinner
Facharzt für Chirurgie / Viszeralchirurgie
Tel. 030/4 75 17-7005
Leitender Oberarzt
Dr. med. Franz-Georg Smiszek
Arzt für spezielle Orthopädie und spezielle Unfallchirurgie, D-Arzt
Tel. 030/4 75 17-8004
Oberarzt
Dr. med. Michael Stöhr
Facharzt für Chirurgie / Viszeralchirurgie
Tel. 030/4 75 17-7056
Oberarzt
Dr. med. Wladimir Wilk
Facharzt für Chirurgie / Unfallchirurgie
Tel. 030/4 75 17-7008

Sekretariat
Heike Ziemer
Tel. 030/4 75 17-345
Fax 030/4 75 17-346
Station 4
Tel. 030/4 75 17-141
Station 5
Tel. 030/4 75 17-151
Gallenblasen-Operationen
Was sind Gallensteine?
Gallensteine sind Ablagerungen in der Gallenblase, die durch den Ausfall von Bestandteilen der Lebergalle entstehen. Gallensteine bestehen aus Cholesterin, Bilirubin oder aus einer Kombination dieser beiden Substanzen. Sie werden in der Gallenblase oder in den Gallenwegen abgelagert. Jenseits des 40. Lebensjahres sind 32% der Frauen und etwa 16% der Männer von Gallensteinen betroffen. Jedoch verursachen diese nicht bei jedem Beschwerden.
Symptome
Wenn eine oder mehrere der unten genannten Beschwerden auftreten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Bei Fieber oder starken Bauchschmerzen muss dies unverzüglich geschehen.
- Schmerzen im rechten Oberbauch, vor allem nach dem Genuss von fettreichen Speisen
- die Schmerzen strahlen gelegentlich in den Rücken aus
- krampfartige Schmerzen im rechten Oberbauch
- heller Stuhl, dunkler Urin
- Fieber bei Auftreten von Entzündungen
- Bei schwerem Verlauf kommt es zusätzlich zu sehr schweren Bauchschmerzen, gelegentlich tritt eine Bauchspeicheldrüsenentzündung auf.
Diagnostik
Folgende Untersuchungen werden durchgeführt:
- Erhebung der Krankengeschichte, körperliche Untersuchung
- Ultraschalluntersuchung
- Blutabnahme und Untersuchung der Leber-, Gallenwegs- und Bauchspeicheldrüsenwerte
- Bei Verdacht auf Gallenwegssteine wird zusätzlich eine Magenspiegelung mit Röntgendarstellung der Gallenwege durchgeführt, ggf. werden die Gallenwegssteine über Magenspiegelung (sog. ERCP) entfernt.
- Bei unklaren Beschwerden werden ggf. zusätzliche Untersuchungen durchgeführt, um Krankheiten auszuschließen, die ähnliche Beschwerden verursachen können.
Behandlung
Gallensteine müssen nicht behandelt werden, wenn sie keinerlei Beschwerden verursachen und noch nie verursacht haben. Sind jedoch einmal Beschwerden aufgetreten, muss eine Behandlung erfolgen, da über 90% der symptomatischen Gallensteine immer wieder Beschwerden verursachen.
Der Wiederholungsfall kann gar eine schwere Entzündung mit erheblichen Komplikationen nach sich ziehen - bis hin zum Durchbruch der Gallenblase mit Bauchfellentzündung (dies kann auch heute noch tödlich sein).
Behandlungsmöglichkeiten
Das Auflösen der Gallensteine funktioniert nur bei Cholesterinsteinen. Die Methode ist daher nur für wenige Patienten geeignet. Die Steine kommen häufig wieder (70%), die Behandlung dauert Jahre.
Eine Zertrümmerung der Gallensteine ist nur möglich, wenn die Steine nicht größer als 1 cm sind. Auch dürfen maximal zwei Steine vorhanden sein. Die Erfolgsrate bei Gallensteinen liegt bei 50 bis 70%, bei Gallenwegssteinen liegt sie etwas höher. Allerdings besteht die Gefahr, dass sich Steinteile beim Abgang über die Gallenwege verklemmen. Auch können Steine erneut auftreten.
Operation: Für diese Methode entscheiden sich über 90% der Betroffenen. Die Gallenblase wird mit sämtlichen Steinen - über kleine Bauchschnitte mittels Videokamera oder über einen Schnitt - direkt entfernt. Ein Wiederauftreten der Steine ist praktisch unmöglich. Allerdings besteht ein sehr geringes Risiko, dass Komplikationen auftreten.
Entfernung über Bauchspiegelung (Minimal Invasive Technik): Hierbei wird die Bauchhöhle mit CO2-Gas aufgeblasen und über eine am Nabel eingebrachte Kamera am Bildschirm dargestellt. Die Gallenblase wird dann über drei kleine (1 bis 2 cm lange) Schnitte im rechten Oberbauch entfernt.
Vorteile: kleinere Schnitte, weniger Schmerzen, schnellere Erholung.
Nachteile: Gelegentlich muss auf das offene Verfahren umgestiegen werden (ca. 5% der Fälle); die Operation ist nicht bei allen Patienten durchführbar.
Offene Operation: Die Gallenblase wird mit sämtlichen Steinen über einen 10 bis 20 cm langen Schnitt unterhalb des rechten Rippenbogens entfernt.
Vorteile: Die Methode ist bei allen Patienten anwendbar. Technische Komplikationen kommen noch seltener vor als bei dem Verfahren mit Bauchspiegelung (Laparoskopie).
Nachteile: Der Schnitt ist größer, es entstehen mehr postoperative Schmerzen, der Körper muss länger geschont werden, der Patient erholt sich langsamer.
Wann sollte operiert werden?
Eine Operation sollte durchgeführt werden, sobald Beschwerden auftreten. Bei akuten Beschwerden (Fieber, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Stuhlentfärbung, dunkler Urin) sollte innerhalb weniger Tage nach Abklingen der akuten Symptomatik operiert werden. Falls die Gallenblase durchzubrechen droht, muss eine Notfalloperation durchgeführt werden
Operations-Risiken
Bei ca. 0,5% aller laparoskopisch durchgeführten Operationen werden die Gallenwege verletzt, bei der offenen Technik liegt die Häufigkeit bei ca. 0,3%. Störungen der Wundheilung können bei bis zu 5% der Fälle vorkommen. Eine Nachblutung tritt bei weniger als 1% der Operationen auf.
Nachbehandlung
Nach einer laparoskopischen Operation muss der Körper rund 14 Tage
geschont werden. Bei der offenen Operation liegt die Schonungszeit bei etwa
drei Monaten, um einem Narbenbruch vorzubeugen.
Eine besondere Diät ist nach Entfernung der Gallenblase nicht erforderlich.
| Dr. med. T. Zinner Chefarzt |
Dr. med. Michael Stöhr Oberarzt Chirurgie / Viszeralchirurgie |
